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Spendentransport und humanitäre Hilfe – Juni 2026

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Gespräch mit Sergej Saposchnikow (Geschäftsführer Gesellschaft Felicitas), Tatjana Gusewa (Schulleiterin) am 21.03.2026

 

Was gibt euch in der derzeitigen Situation Kraft?

Sergej antwortet, dass der Gedanke, dass die Schule geschlossen wäre und die Eltern mit ihren Kindern allein sitzen würden, zur Weiterarbeit motiviert. Über 30 Jahre geleistete Arbeit in der Gesellschaft Felicitas und die dankbaren Reaktionen der Eltern geben Kraft. Tanja richtet den Dank aller Mitarbeiterinnen der Schule für die Unterstützung durch Gebete, gute Gedanken, Hilfsmittel und Geld aus. Das gibt ihnen Kraft. Tanjas Sohn ist an der Front gefallen. Gott und Gebete helfen ihr. Die Arbeit mit den Kindern gibt ihr Kraft und ebenso die Freunde in der Ferne motivieren. Man kann sich jeder Zeit an den Förderkreis Sumy-Hilfe wenden und bekommt Unterstützung. Derzeit stellen sie in der Schule Kerzen und Tarnnetze für die Armee her. Studenten aus der Uni unterstützen in der Schule. Tanja hält Vorlesungen in der pädagogischen Universität in Sumy.

Wie funktioniert der Online-Unterricht?

Die Schule ist montags bis freitags offen. Dienstags und donnerstags werden Schülerinnen und Schüler mit ihren Eltern in die Schule gefahren. Der Online-Kontakt besteht zu den Schülern und zu den Eltern. Die Lehrerinnen geben den Eltern Hinweise, die sie ausführen. Früher war die Schule in der Ferienzeit im August geschlossen. Jetzt wird das ganze Jahr durchgearbeitet, um den Kontakt zu halten.

Gibt es neue Schülerinnen und Schüler oder neue Mitarbeiterinnen?

Im Laufe der vier Kriegsjahre kamen 10 neue Kinder in die Schule. Einige Schüler sind verstorben, manche leben mit ihren Familien im Westen der Ukraine oder im Ausland. Auch bei den Mitarbeiterinnen gab es Wechsel. Jetzt arbeiten in der Schule 13 Personen. Alle fünf Jahre müssen die Mitarbeiter eine umfassende Weiterbildung mit Seminaren und Trainings absolvieren. Zwei Universitäten schicken ihre Studenten in die Glinka-Schule. Alles, was in den Räumen der Schule zur Verfügung steht, wird genutzt. Die Zusammenarbeit mit Irina, der Leiterin des Kindergarten 34, ist sehr gut.

Wie ist die Situation in der Stadt?

Nahrungsmittel gibt es zu hohen Preisen zu kaufen. An Sergej hat sich in der letzten Zeit niemand mit der Bitte um Unterstützung aus dem Medikamentenfonds gewendet. Ca. 400 000 Ukrainer sind in das Land zurückgekehrt. Der Frontverlauf befindet sich ca. 20 km von Sumy entfernt. Viele Flüchtlinge kommen nach Sumy. Drohen und Bomben überfliegen die Stadt und geben keine Ruhe. Die Lage der Stadt Sumy ist so, dass alle Drohnen- und Raketenüberflüge über die Stadt gehen und damit mehrmals täglich Luftalarm besteht. Die Preise sind immens gestiegen, besonders auch für Kraftstoff. Sergej betont: „Wir warten auf unseren Sieg!“

Gibt es Änderungen in der Sozialgesetzgebung?

Es gibt keine neuen Gesetze in der Ukraine. Wie jedes Jahr fand auch diesmal die Projektausschreibung für die Finanzierung der Schule statt. Sonst war immer die Finanzierung der Gehälter ab Februar des Folgejahres gesichert. Diesmal gibt es voraussichtlich erst ab März die Zusage der Finanzierung. (Anmerkung: Diese Finanzierungslücke schließt der Förderkreis. Im Jahr 2026 betrifft das die Monate Januar bis März.) Die Gehälter der Lehrer sind um 40 %, die der Sozialpädagogen um 250 % erhöht worden. Aber die Inflation braucht alles auf. Sergej ist Vizevorsitzender in der in der landesweiten Kommission zur Umsetzung der Behindertenrechtskonvention. Auf dem Papier ist alles perfekt, aber die Realität sieht anders aus. Die Konvention wurde vor 8 Jahren unterschrieben und bisher nicht umgesetzt.

Wie ist der Zustand des Busses für die Schülerbeförderung?

Der Bus wird oft repariert und fällt fast auseinander, aber er fährt noch. In nächster Zeit wird ein Ersatz gebraucht.

Sergej schließt mit den Worten: „Wir danken euch für die Spenden, eure Hilfe und dass ihr da seid. Ich übermittle die gesammelten Dankesworte von Felicitas. Es ist so wichtig zu wissen, dass man nicht alleine ist. Ohne euch wären die behinderten Kinder und ihre Familien allein. Wir wünschen euch Gesundheit!“

Und Tanja schließt sich an: „Seit 31 Jahren bin ich dabei. Alle vom Team der Schule bedanken sich auch im Namen der Eltern und Kinder. Wir lieben euch!“

Tanja und Sergej werden mit guten Wünschen von der Versammlung verabschiedet.

Vorstandsbericht 2026

Hier der Bericht zur Vorstandsarbeit von Nathan Schmidt (Vorstandsvorsitzender) anlässlich der Mitgliederversammlung – 21.03.2026

Liebe Mitglieder und Freunde des Förderkreises Sumy-Hilfe,

letztes Jahr fand unsere Mitgliederversammlung am 15.03.2025 statt. Seitdem haben die Stadt Sumy und der Oblast hunderte Angriffe pro Monat erlebt. Es flogen dutzende Drohnen, gelenkte Bomben, Raketen und Artillerie. Unsere Freunde in Sumy mussten schwere Angriffe mit Iskander-Raketen mit dutzenden Toten erleben.
Für uns unbegreiflich. Diese ständige Bedrohung und Lebensgefahr zu ertragen. Und dennoch leben und arbeiten die Menschen in Sumy. Und auch in der Schule in der Glinka-Straße.
In der vergangenen Woche habe ich mich mit der Schulleiterin Tanja zur aktuellen Arbeit ausgetauscht. Der grobe Überblick lautet folgendermaßen: Momentan werden insgesamt 42 Schülerinnen und Schüler beschult. Davon kommen ca. 15-20 Schüler am Dienstag und am Donnerstag ins Zentrum mit dem Bus. Die anderen, größtenteils in Sumy lebend, der Rest im Westen der Ukraine oder im Ausland, erhält Online-Unterricht. Die Schule ist somit weiterhin von montags bis freitags geöffnet und es arbeiten zurzeit 13 Mitarbeiterinnen dort.
Und weil unsere Freunde in Sumy weiterarbeiten, möchten wir das auch hier weiter tun.
Die Vorstandsarbeit setzte sich im vergangenen Jahr aus mehreren Online-Vorstandsitzungen, direkten Absprachen innerhalb des Vorstandes und aus unseren individuellen Kontakten nach Sumy zusammen.
Nach der letzten Mitgliederversammlung haben wir uns mit dem Spendentransport im Mai 2025 beschäftigt. Hier gab es wieder Absprachen zur Organisation, zu den Spenden, die mitgenommen werden sollten, zu Ladelisten und allen weiteren Dingen, die zum Transport dazugehören. Und so wurde aus Plan dann Realität. Zahnarztausrüstung, Rollstühle, Beschäftigungsmaterialien und vieles Weitere fuhr Alexej, der Fahrer, nach Sumy. Alle Spenden sind dort angekommen, wo sie gebraucht werden. Besonderer Dank für das wirklich starke Engagement gilt dabei Sabine, Seppel und Lars, die sich wirklich jedes Jahr aufs Neue mit vollem Einsatz in diese Arbeit stürzen, sodass ein Spendentransport ohne unsere direkte Teilnahme ermöglicht wird.
Und da wir gerade dabei sind: Ein weiterer Spendentransport wurde im November 2025 organisiert. Auch hier ist wieder alles gut verlaufen. Es konnten wieder viele Rehamittel mitgenommen und verteilt werden – Dank des Einsatzes von Lars. Und nochmals müssen auch Sabine und Seppel erwähnt werden, die erneut eine riesen Leistung, viel Kraft und Mühe für den Transport erbracht haben.
Dank euch bewegen sich Gegenstände, die gebraucht werden, zu den Menschen mit Bedarf. Und es sind nicht nur die Gegenstände, sondern auch die Zeichen, die wir damit setzen, die so unglaublich wichtig sind. Unsere Freunde in Sumy wissen, dass wir für sie da sind und helfen wollen, wo wir können.
Der nächste Spendentransport ist für Mai 2026 geplant. Da der Container in Elster schon sehr voll ist, ist angedacht, dass vorrangig aus diesem Lager Sachen nach Sumy gefahren werden.
Im Sommer 2025 kam es zu einem Missverständnis zwischen dem Vorstand und Sumy. An der nahen Grenze bei Sumy drohte ein großer Einmarsch der russischen Armee und wir machten uns große Sorgen. Bei Überlegungen, wie wir helfen könnten, kam uns die Idee, dass wir einen Flucht-Fonds bereitstellen, sodass die Leute von Felicitas schnell finanziell unterstützt werden könnten, die das für eine Flucht aus Sumy benötigen würden. Wie bereits erwähnt, kam es bei der Kommunikation zu einem Missverständnis und die Ukrainer nahmen an, dass nun Geld unbedingt eingesetzt werden sollte. Dies ließ sich aber mit direkten und offenen Gesprächen mit Swetlana und Sergej klären. Die Lage bei Sumy hat sich im Vergleich zum Sommer 2025 beruhigt, sodass aktuell keine Priorität der Russen erkennbar ist, Sumy zu erobern.
Generell verfolgen wir als Vorstand weiter den Ansatz, dass wir unsere Bereitschaft zur Hilfe und Unterstützung immer wieder nach Sumy signalisieren, jedoch nicht auf eigene Faust etwas initiieren. Unsere ukrainischen Freunde wissen am besten, was sie brauchen. Sie haben bereits über 4 Jahre Kriegserfahrung. Und sie wissen auch, dass sie sich immer an uns wenden können und wir da unterstützen, wo sie es für nötig halten.
In jeder Vorstandsitzung besprachen wir auch immer wieder die aktuelle Lage in Sumy und in der gesamten Ukraine. Und da uns die Menschen in Sumy und in der Ukraine sehr am Herzen liegen, mischte sich unter den sachlichen Austausch auch immer eine emotionale Betroffenheit.
Im Januar meldete sich unsere Schulleiterin Tanja bei mir und schickte mir Fotos von der total vereisten Eingangstür der Schule. Die Fotos waren von innen aufgenommen worden! In Sumy gab es Temperaturen, die tiefer als minus 20°C lagen. Wir folgten der Bitte um einen finanziellen Zuschuss, um die Tür zu dämmen und eine weitere Eingangstür einbauen zu lassen. Dies wurde dann in kürzester Zeit umgesetzt.
Auch unsere langjährige Freundin Swetlana und ihre Situation war des Öfteren Thema in unseren Beratungen und wir freuen uns sehr, dass sie nun über Umwege den Weg zu uns gefunden hat und heute hier teilnehmen kann.
Wir freuen uns übrigens auch über Mitgliederzuwachs und begrüßen in unserer Runde unser neues Vereinsmitglied Karin H. Schön, dass du auch gleich hier bist und schön, dass du mit deiner Mitgliedschaft zeigst, dass dir die Arbeit und die Menschen in Sumy am Herzen liegen. Daher geht mein Dank auch gleich an alle anderen Mitglieder, Freunde und Spender – wir sind zwar ein kleiner Verein, aber die Unterstützung in Sumy und das, was wir bewegen, ist so wichtig. Danke, dass ihr davon ein Teil seid!
Und leider kopiere ich nun zum 3. Mal meine Abschlussworte, da ich finde, dass sie noch immer passend sind (und ich auch denke, dass ihr sie euch nicht über die Jahre gemerkt habt). Natürlich in der Hoffnung, dass ich nächstes Jahr neue, positivere Worte finden darf:
Wir können dankbar sein, dass die Schule nicht zerstört ist, der Schulbetrieb in der Glinka-Straße, wenn auch eingeschränkt, weiterläuft, die Lehrerinnen ihre Arbeit weiterführen und Sumy nicht von Russland besetzt ist. Dennoch müssen wir weiter darauf hoffen, dass dieses sinnlose Leid bald ein Ende findet.
Vielen Dank.
Lars ergänzt, dass auch im vergangenen Geschäftsjahr der Kontakt zum Kindergarten 34 in Sumy intensiv gepflegt wurde. Dorothea spricht einen besonderen Dank an Swetlana E. für ihre zuverlässige und hilfreiche Übersetzungs- und Vermittlungsarbeit zwischen dem Vorstand des Förderkreises und der Gesellschaft Felicitas aus.

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Förderkreis Sumy-Hilfe e.V., Königs Wusterhausen

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